Grundlagen Organizational Intelligence

Organizational Intelligence als Element des geschäftsstrategischen Entscheidungsprozesses

In den letz­ten bei­den Bei­trä­gen haben wir uns mit den Anfor­de­run­gen an die Ver­net­zung und Ver­knüp­fung indus­tri­el­ler Pro­zes­se beschäf­tigt. Außer­dem haben wir uns ange­schaut, wie die­se, nach­fol­gend noch ein­mal auf­ge­führ­ten, Eigen­schaf­ten genutzt wer­den kön­nen, um ein Unter­neh­men mit sei­ner Umwelt zu ver­knüp­fen:

  1. Echt­zeit­be­din­gung
  2. Ver­net­zungs­be­din­gung
  3. Nut­zen- und Wert­stei­ge­rung
  4. Trans­pa­ren­te, ein­deu­tig inter­pre­tier­ba­re und voll­au­to­ma­ti­sche Ent­schei­dungs­fin­dung
  5. Selbst­ler­nen­de Sys­te­me
  6. Unter­neh­mens­sen­so­rik
  7. Künst­li­che Intel­li­genz

Im drit­ten Teil unse­rer Serie wid­men wir uns der Fra­ge, war­um eine Inves­ti­ti­on in Orga­ni­za­tio­nal Intel­li­gence (OI) gera­de aus geschäfts­stra­te­gi­scher Sicht sinn­voll ist.

Erweiterte Nutzungsmöglichkeiten für Daten und Informationen durch OI

Betrach­ten wir zunächst ein­mal Gegen­stän­de, die ledig­lich als Trä­ger von Infor­ma­tio­nen fun­gie­ren ohne eine wei­te­re phy­si­sche Funk­ti­on. In die­se Kate­go­rie fal­len z.B. das Ein­trittsti­cket oder der Geld­schein, das Buch, das Musik­stück oder die Rech­nung. In der­ar­ti­gen phy­si­schen Medi­en ent­hal­te­ne Infor­ma­tio­nen sind eher ein­fach auch in rein digi­ta­ler Form trans­por­tier­bar, aus­tausch­bar und ver­ar­beit­bar.

Sieht man sich hin­ge­gen ande­re phy­si­sche Pro­duk­te oder Objek­te an wie ein Auto, die Unter­kunft oder die Pro­duk­ti­ons­an­la­ge, Zwi­schen­pro­duk­te im Her­stel­lungs­pro­zess, Ersatz­tei­le oder ein­fach nur Klei­dungs­stü­cke, Lebens­mit­tel und Mobi­li­ar, fin­det man hier wich­ti­ge phy­si­ka­li­sche Eigen­schaf­ten, die aber auch von Daten und Infor­ma­tio­nen umge­ben sind. Digi­ta­li­sie­rung bedeu­tet in die­sem Fall nicht, dass das phy­si­sche Objekt als sol­ches plötz­lich vir­tua­li­siert wird, son­dern die umge­ben­den Daten und Infor­ma­tio­nen, wenn sie in digi­ta­ler Form vor­lie­gen, neue Mög­lich­kei­ten der Nut­zung eröff­nen.

So kann die tech­ni­sche Spe­zi­fi­ka­ti­on in digi­ta­ler Form als Infor­ma­ti­on zur Ver­fü­gung ste­hen, um z.B. Pro­zes­se für die Her­stel­lung im 3D-Druck Ver­fah­ren zu unter­stüt­zen oder den War­tungs- und Betriebs­pro­zess zu opti­mie­ren. Ande­re Infor­ma­tio­nen über Ver­füg­bar­keit, Lager- oder Ein­satz­ort, Ver­schleiß oder Ver­brauchs­zu­stand u.ä. bie­ten die Basis für neue Geschäfts­mo­del­le im Ser­vice rund um ein Objekt.

Neue Geschäftsmodelle können entstehen

Betriebs­da­ten­er­fas­sung ist in Pro­duk­ti­ons­an­la­gen zur Steue­rung des Her­stell­pro­zes­ses schon seit Lan­gem Stan­dard. Hier kön­nen sicher durch neue Tech­no­lo­gi­en noch Opti­mie­run­gen erzielt wer­den. Anders sieht es bei Pro­duk­ten aus, die bei den Kun­den im Gebrauch sind, vom Auto bis zur elek­tri­schen Zahn­bürs­te. Daten, die durch die Nut­zung gene­riert wer­den, kön­nen in ver­schie­de­ner Form in neue Pro­zes­se oder Geschäfts­mo­del­le ein­flie­ßen. Im Bereich der Pro­dukt­ent­wick­lung kön­nen Betriebs­da­ten der Pro­duk­te die nächs­ten Pro­dukt­ge­ne­ra­tio­nen beein­flus­sen. Aber auch im Bereich War­tung, Ser­vice, Ersatz­teil­ver­sor­gung bis hin zur Pla­nung von Ersatz­teil­be­schaf­fung kön­nen die­se Daten nicht nur die Geschäfts­pro­zes­se opti­mie­ren, son­dern auch Geschäfts­mo­del­le ver­bes­sern oder sogar neu ent­ste­hen las­sen.

Gene­rell kann man sagen, dass die Digi­ta­li­sie­rung in nahe­zu jedem Bereich zumin­dest Erwei­te­rungs­mög­lich­kei­ten bie­tet. Vie­les ist bereits Rea­li­tät oder in der Pla­nung. Es bleibt die Fra­ge, an wel­cher Stel­le Orga­ni­za­tio­nal Intel­li­gence im Ver­lauf der Digi­ta­li­sie­rung ansetzt und war­um die Inves­ti­ti­on in OI geschäfts­stra­te­gisch ent­schei­dend ist.

Brücken zwischen den Informationssilos bauen

Der inter­ne wie exter­ne Wert­schöp­fungs­pro­zess mit vor- und nach­ge­la­ger­ten Part­nern ist in orga­ni­sa­to­ri­sche Silos auf­ge­teilt. Dies macht im Hin­blick auf Zustän­dig­keit und Ver­ant­wor­tung Sinn, ist aber für eine über­grei­fen­de Infor­ma­ti­ons­be­reit­stel­lung aus vie­len Grün­den kon­tra­pro­duk­tiv. OI stellt sich die­ser Her­aus­for­de­rung, mit neu­en Tech­no­lo­gi­en die Brü­cken zwi­schen den Silos sowie auch über die hete­ro­ge­nen IT Archi­tek­tu­ren zu bau­en. Dabei wer­den ver­schie­de­ne Zie­le ver­folgt:

  • Opti­mie­rung der unter­neh­me­risch stra­te­gi­schen Ent­schei­dungs­ba­sis mit den rele­van­ten Infor­ma­tio­nen und Daten in meh­re­ren Dimen­sio­nen
  1. Durch­gän­gi­ge und umfas­sen­de Daten­grund­ge­samt­heit (intern und extern ver­füg­ba­re Daten unter­schied­lichs­ter For­ma­te und Struk­tu­ren),
  2. Seman­ti­sche Rele­vanz,
  3. Event­ge­steu­er­te Auto­ma­ti­sie­rung der Ana­ly­se in Rich­tung Wett­be­werb und Kun­de mit Hil­fe Künst­li­cher Intel­li­genz (KI), um zeit­nah Ent­schei­dungs­grund­la­gen zu erhal­ten.
  • Iden­ti­fi­ka­ti­on mög­li­cher Geschäfts­mo­del­le basie­rend auf der Grund­la­ge umfas­sen­der Ana­ly­se.
  • Pro­zess­op­ti­mie­rung und -auto­ma­ti­sa­ti­on in Busi­ness-Eco-Sys­te­men.

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