Einsatzmöglichkeiten des Internets zur Kundenintegration in den Innovationsprozess
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Wirtschaftsinformatik, Universität Marburg (2008)Zusammenfassung:
Die wirtschaftliche Notwendigkeit der wiederholten Hervorbringung innovativer Produkte stellt den Ausgangspunkt der Arbeit dar. Um marktgerechte Produkte herstellen zu können, ist eine Orientierung an den Kundenbedürfnissen für die Hersteller meist obligatorisch. Klassische Methoden sehen den Kunden dabei jedoch in einer passiven Rolle, in der er lediglich abgeschlossene Produktkonzepte bewertet. Die Idee der Kundenintegration plädiert vielmehr für eine aktive Einbindung des Kunden in unterschiedlichen Phasen des Produktentwicklungsprozesses. In dieser Rolle bewerten Kunden weniger die Herstellerkonzepte; sie werden gewissermaßen zum Mitgestalter, wodurch marktkonformere Produkte entstehen können.
Ziel der Arbeit ist es, den Themenkomplex der Kundenintegration in Bezug auf das Medium Internet eingehend zu analysieren. Um den Kunden in Innovationsprozesse einzubinden, bieten die Eigenschaften des Internets optimale Vorraussetzungen. Insbesondere für den Bereich der Konsumgüter, dem eine Vielzahl an Kunden gegenübersteht, ergeben sich neue Chancen. Durch das Internet steht den Herstellern zum ersten Mal ein Medium zur Verfügung, das einen direkten Kontakt zum Endverbraucher ermöglicht; und dies weitestgehend kosteneffizient und automatisiert. Daher liegt der Fokus der Analyse auf dem Bereich der Konsumgüter.
Der Untersuchungsgegenstand der Arbeit wird von drei Seiten beleuchtet. Als Grundlage gelten die bisherigen Forschungsergebnisse, die Möglichkeiten aufzeigen und bewerten. Daneben wird der tatsächliche Einsatz in der Praxis betrachtet, bevor abschließend die Konsumentensicht die Fragmente zu einem Gesamtbild zusammenfügt.
Im Verlauf der Arbeit werden diverse Methoden der internetbasierten Kundenintegration vorgestellt und analysiert. Besondere Aufmerksamkeit erhalten dabei virtuelle Communities, Toolkits for User Innovation sowie virtuelle Börsen. Als Resultat ist festzuhalten, dass diverse Instrumente existieren, die nicht nur theoretisches Potenzial aufweisen, sondern deren praktische Anwendung ebenfalls als positiv bewertet werden kann. Ergänzend stellt die Identifikation spezieller Produktnutzer, sog. Lead-User, eine besondere Herausforderung dar. Das Internet bietet auch für diese schwierige Aufgabe unterstützende Instrumente an.
Ferner untersucht die Arbeit, inwieweit sich für Intermediäre Chancen ergeben, den Innovationsprozess zu unterstützen. Dabei kommt heraus, dass endverbraucherorientierte Angebote derzeit ausgesprochen rar sind und bisher eine zu geringe Reichweite besitzen. Allerdings bieten sie erhebliches Potenzial für die Zukunft.
Abschließend wird geprüft, in welchem Ausmaß Unternehmen das Internet zur Kundenintegration bereits nutzen und wie sich die Bereitschaft der Endverbraucher zur Mitwirkung verhält. Zusammenfassend zeigt sich, dass Unternehmen der Konsumgüterbranche die Potenziale internetbasierter Instrumente durchaus schätzen, sie jedoch nur selten oder nie genutzt werden. Demgegenüber kann eine im Rahmen der Arbeit eigens erhobene Endverbraucherbefragung eine deutliche Bereitschaft der Konsumenten zur Unterstützung des Produktentwicklungsprozesses ausmachen.
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