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Innovation Verbal Intelligence für den Finanzmarkt: Einfach nur Lesen?

21.01.2012 - Markus Grottke
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Organisation: 
Verbal Intelligence GbR
Reifegrad: 
Prototypisch implementiert

Es scheint so einfach: Ein Geschäftsbericht muss nur durchgelesen werden, um zu den relevanten Informationen zu gelangen und auf Basis (auch dieser Informationen) zu entscheiden, sei es über eine mögliche Akquisition im Firmenkontext, sei vor dem Kauf eines nennenswerten Aktienpaketes, sei es vor einer Kreditvergabe.

Hat man den Bericht eines börsennotierten Unternehmens jedoch erst einmal vor sich liegen, 200 Seiten schwer und voller Details, wird schnell deutlich, wie schwierig es ist, diese Informationsmasse überhaupt verarbeiten zu können. Bislang wurde denn auch schnell zu den Zahlen übergewechselt. Dass dieser Weg zwar verständlich, aber nicht unbedingt zielführend ist, hat die Finanzkrise vor Augen geführt. Viele jener Banken, die in 2006 die besten Ergebnisse ihrer Firmenhistorie präsentierten, waren in 2007 bereits fast insolvent. Genau hier setzte meine Dissertation an. Durch Übertragung und Weiterentwicklung literaturwissenschaftlicher, diskurstheoretischer und der psychologischen Forensik entstammender Analysetechniken auf den Lagebericht wurde ein Handwerkszeug entwickelt, das eine übersichtliche Verdichtung der Informationen nach verschiedenen Dimensionen ermöglicht, z.B. in Form von Ursachenanalysen, von Darstellungsanalysen, von Analysen auf verschwiegene oder möglicherweise unzuverlässige Sachverhalte u.v.m..  Stück für Stück wird so das in dem Bericht enthaltene Wissen in einer Weise aufbereitet, dass es einer Entscheidungsunterstützung dienlich ist.

Weil jedoch diese Analysen weiterhin sehr zeitintensiv sind, entwickeln wir nun in der Firma Verbal Intelligence (www.verbal-intelligence.de) eine Softwaretechnologie, die es erlaubt, die vorhandenen Erkenntnisse aus unzähligen zeitintensiven Einzelanalysen mit den besagten Methoden auf noch nicht analysierte Berichte zu übertragen. Damit stellt  die  Software gewissermaßen einem Geschäftsberichtsleser einen erfahrenen Experten an die Seite, gleicht dessen Konzentrationsschwächen aus, gibt ihm direkte Hinweise auf wichtige Textstellen und minimiert gleichzeitig seine subjektive Beeinflussbarkeit. Eine solche Unterstützung stellt für die Qualität der Auswertung etwas völlig Neues dar: Was bisher unmöglich war – die umfangreiche Unternehmensberichterstattung inhaltlich analysieren und vergleichen zu können – wird nun mit der VI-Software möglich werden.